Auf wen kann ich mich in der Beratung verlassen?

Tipps für Ihr BeratungesgesprächEgal ob Sie fürs Alter vorsorgen möchten, ein Haus bauen wollen, oder die Ausbildung der Kinder finanzieren: Ihre Entscheidung wird Sie über lange Zeit begleiten und sie hat unterschiedliche Auswirkungen auf viele Bereiche. Finanzielle, steuerliche, rechtliche und persönliche Sachverhalte müssen unter einen Hut gebracht und möglichst optimal gelöst werden. Was gut ist für Ihre steuerliche Situation kostet vielleicht Liquidität, und Ihrem Wunsch auf Absicherung des Lebenspartners im Todesfall stehen möglicherweise Pflichtteilsansprüche im Wege. 

Aus vielen Lösungen und Produkten die optimalen zu finden ist die Kunst der Beratung.

Bei den richtigen Weichenstellungen hilft Ihnen ein Berater, dem Sie vertrauen können. Es gibt klare und aussagekräftige Kriterien für die Auswahl des richtigen Beraters. Manche sind eine Grundvoraussetzung, andere helfen den richtigen Berater für eine besondere Fragestellung zu finden.  

1. Ausbildung und Qualifikation

Es gibt viele Wege aber nicht alle sind gleich gut.

Wichtig ist eine gute Ausbildung, die Fachwissen vermittelt sowie die Fähigkeit verschiedene Finanzthemen im Zusammenhang zu sehen. Damit ist der Berater in der Lage, jedes Finanzthema zu erarbeiten, und die Wirkung auf die individuelle persönliche, steuerliche oder rechtliche Kundensituation anzupassen.

Aber: Ausbildung ist nicht gleich Ausbildung. Deshalb sollte sie unabhängig von Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen sein und bestenfalls extern zertifiziert. Zu den Zertifikaten zählen z.B.

  • CFP® (Certified Financial Planner)
  • EFA® (European Financial Advisor)
  • CEP (Certified Estate Planner)
  • CFEP® (Certified Foundation & Estate Planner)
  • Finanzplaner nach DIN/ISO22222
Tipp: Fragen Sie Ihren Berater, welche Ausbildung er hat und ob er zum aktuellen Zeitpunkt unabhängig zertifiziert ist.

2. Erfahrung und Weiterbildung

Fundiertes Wissen ist wichtig – man muss es auch anwenden.

Die Rahmenbedingungen über Finanzprodukte, Steuern, Recht u.ä. unterliegen einem beständigen Wandel, alte Produkte verschwinden und neue kommen auf den Markt. Deshalb muss die Ausbildung durch Berufserfahrung und kontinuierliche fachliche Weiterbildung vertieft und erweitert werden. 

Tipp: Beobachten Sie, ob Ihr Berater neben Wissen und Erfahrung auch aktuelle Entwicklungen für Sie nutzt.

3. Kosten und Abhängigkeiten

Guter Rat ist Geld wert, schlechter Rat kann teuer werden.

Provisionen oder Honorare dürfen das Beratungsergebnis nicht beeinflussen. Das am höchsten provisionierte Produkt ist selten das Beste, eine umfassende Honorarberatung für eine einfache Fragestellung kann zuviel des Guten sein.

Die Kosten für jede Beratung müssen unabhängig von der Art vorab klar dargestellt und festgelegt sein. Klarheit und Transparenz ist wichtig und wird gesetzlich vorgeschrieben. Feste Gebühren bzw. Honorare vermeiden Interessenkonflikte weitgehend, werden jedoch nicht immer für alle Produkte angeboten.

Tipp: Fragen Sie Ihren Berater nach seiner Vergütung. Wenn er sie transparent darlegt, ist die Gefahr von Interessenkonflikten deutlich geringer.

4. Ethik und Moral

Ethik und Moral sind Richtschnur für eine gute Beratung.

BeratungsgesprächDer Vorrang Ihres Interesses ist das Fundament für eine objektive Beratung. Dazu gibt der Berater alle notwendigen Informationen und geht sorgfältig und vertraulich mit Ihren Angelegenheiten um, um die bestmöglichen Lösung für Ihre Fragestellung zu finden.

Die Zahl der Berater steigt, welche Standesregeln im Sinne einer ethischen Selbstverpflichtung unterliegen, ihre Vermögensverhältnisse und Interessenkonflikte offenlegen und sich einem unabhängigen Schiedsgericht unterwerfen.

Vorbildlich für den deutschsprachigen Raum sind die Standes- und Ethikregeln von FPSB Financial Planning Standards Board, das für Deutschland und Österreich gleichermaßen gelten. (https://www.fpsb.de/images/FPSB-Regelwerk/FPSB-Standesregeln.pdf)

Tipp: Erkundigen Sie sich, ob Ihr Berater Berufsgrundsätze oder Standesregeln unterliegt.

5. Spezialisierung und Netzwerk

Gute Berater kennen ihre Grenzen.

Idealerweise sind Berater deshalb in einem Netzwerk verankert, das sowohl betriebsintern als auch über verschiedene Partner entsteht. So können die richtigen Personen hinzugezogen werden, wenn z.B. Sonderformen der Hausfinanzierungen, Fördermöglichkeiten für die Altersvorsorge, oder das optimale Testament festgelegt werden soll.

Tipp: Seien Sie vorsichtig, wenn Ihr Berater alles alleine kann.

Checkliste für das Beratungsgespräch

Eine Liste von Fragen hilft im ersten Gespräch:

  • Welche Ausbildung besteht und ist sie anbieterneutral?
  • Ist der Berater zertifiziert z.B. als CFP, EFA oder CEP?
  • Gibt es eine ausreichende Berufserfahrung und Beratungspraxis?
  • Wie bildet sich der Berater weiter?
  • Hat der Berater eine Spezialisierung und legt er sie offen?
  • Ist der Berater in ein Netzwerk bzw. Ressourcen eingebunden?
  • Wird die angebotene Beratungsleistung erläutert und passt sie zur Problemstellung des Kunden?
  • Besteht Transparenz über Kosten und Gebühren für die Beratung?
  • Gibt es Standesregeln für den Berater und werden Streitigkeiten neutral überwacht? 

Autor: Guido Küsters

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