Welche Möglichkeiten gibt es nachhaltig zu investieren?

Eine nachhaltige Lebensweise ist für viele Menschen heutzutage nicht mehr wegzudenken. Von der Nutzung erneuerbarer Energien, Elektromobilität, veränderten Essgewohnheiten bis hin zu Recycling – Nachhaltigkeit wird immer mehr und mehr bewusst und unbewusst gelebt. Doch in der Geldanlage hat „Nachhaltigkeit" aktuell noch kaum Platz gefunden. Aufgrund von fehlender Information ist hier häufig ein mangelhaftes bis nicht vorhandenes Bewusstsein festzustellen. Nachhaltige Geldanlage ist für viele Anleger und Investoren nicht greifbar und deshalb nur schwer umsetzbar, weshalb sich Anleger bei ihren Investments oftmals mit Ausschlusskriterien zufriedengeben. Das bedeutet, dass bestimmte Themen wie beispielsweise Rüstung, Tabak und nukleare Energiegewinnung ausgeschlossen werden. Dass hinter achtsamer Vermögensanlage wesentlich mehr steckt als der Ausschluss einiger Branchen bleibt jedoch häufig unberücksichtigt.

Die ESG-Kriterien

Um dies zu ändern bieten die so genannten „ESG"-Kriterien (E – Environment, S – Social, G – Governance) einen Ansatz, der Unternehmen und Finanzprodukte über Branchen hinweg nach den drei Kriterien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung bewertet und vergleichbar gemacht. Als Marktführer in diesem Bereich agiert MSCI ESG Research, welche allein im Aktienbereich für rund 6.000 börsennotierte Unternehmen detaillierte Analysen und ESG-Ratings zur Verfügung stellt. Zusätzlich deckt das Universum von MSCI ESG Research rund 8.300 Anleihenemittenten mit 393.000 Anleihenpapieren ab.

Schein-Nachhaltigkeit wird ignoriert

Der ESG-Ansatz unterscheidet sich somit klar von klassischen Nachhaltigkeitsratings und Ausschlusskriterien: nur jene Faktoren, welche für das Unternehmen oder die Branche tatsächlich materiell sind fließen in die ESG-Analyse ein. Das heißt, dass beispielsweise eine Solaranlage auf der Produktionshalle eines Automobilbauers zwar sinnvoll sein kann und Umwelt-Engagement signalisiert, jedoch kaum Einfluss auf die tatsächliche Nachhaltigkeit des Unternehmens hat. In der ESG-Analyse werden deshalb Themen wie Produktsicherheit und Flottenverbrauch in diesem Bereich deutlich höher gewichtet. Auch aktuelle Skandale, wie beispielsweise Diesel-Gate oder die mögliche Verwicklung von Autoherstellern in Kartellabsprachen haben unmittelbaren Einfluss auf das ESG-Rating.

Alternative: Nachhaltigkeitsfonds?

Die ESG-Analyse hat auch in einigen Fällen bereits gezeigt, dass vermeintliche „Nachhaltigkeitsfonds" nicht so nachhaltig sind, wie sie vorgeben zu sein. Das große Universum, welche durch eine umfangreiche ESG-Analyse abgedeckt wird, bietet dem Anleger somit eine Vielzahl an Anlagemöglichkeiten und die Sicherheit, dass die Investments tatsächlich nachhaltig sind. In Kombination mit einer wirtschaftlichen Analyse der Unternehmen kann somit ein entsprechender Mehrwert erzielt werden und das gute Gewissen gefördert werden.

Autor: Dr. Petra Stieger, Volksbank Vorarlberg

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